Wilde Spekulationen
Der Spiegel hat grad eine Eilmeldung rausgehauen, dass die UN-Inspektoren bestätigt haben, dass wirklich Giftgas in Syrien eingesetzt wurde.
Nein, wirklich. Da ist Giftgas eingesetzt worden. Ja. Man hat jetzt den unumstößlichen Beweis, die Proben, die entnommen wurden, lassen keinen Zweifel zu.
Aha.
Die 12 Stämme
„Mache dich nie mit einer Sache gemein. Auch nicht mit einer guten.“ Hans-Joachim Friedrichs
Das ist der oberste Satz, dem man eigentlich jedem Journalisten in der Schule einbläuen sollte. Es ist ein eherner Grundsatz, der die Verantwortung der Journalisten auch sehr gut umschreibt: Sie sind Berichterstatter einer Situation, keine Akteure. Und leider verwischen die Grenzen inzwischen vielfach, nicht nur im Boulevard.
Gerade, wenn es um Rechercheergebnisse geht, wenn es darum geht, Misstände aufzudecken, ist dieser Grundsatz der wichtigste, den man beherzigen sollte. Warum ich das voranstelle an den Artikel?
Nun, es gibt eine Reportage, die für die Beteiligten gravierende Folgen hatte, wo das nicht der Fall war. Nämlich der Entzug des elterlichen Sorgerechts von Mitgliedern der Sekte „die 12 Stämme“.
Tick Tick Tick
Die Zeit schreitet voran. Sie ist linear. Man kann nicht zurück.
Ein Tag, ein Monat, ein Jahr – so schnell vorbei. 2013 hat doch gerade erst begonnen und doch ist es schon fast vorbei. Seit wann rast die Zeit denn so?
Tick Tick Tick – hörst du die Uhr?
Vor etwa einem Jahr habe ich zum ersten Mal von Aurela gehört. Ein Jahr und doch sind wir noch nicht viel weiter als am Anfang. Es fehlen noch knapp 65.000 Euros. Fast 17.000 Euro klingen gut, doch der größere Teil liegt noch vor uns.
„Uns“ – klingt zuviel gesagt, es ist Ulf, der die Hauptlast trägt.
Verbreitet es weiter. Twitter, Facebook, überall. Ein kleines Kind braucht Hilfe. Je mehr davon wissen, umso besser.
Die Leute, die hier mitlesen, haben schon gegeben, was geht. Aber vielleicht könnt ihr die Nachricht weiterverbreiten. Je mehr je besser. Ein kleiner Mausklick. Doch vielleicht ein großer Schritt für ein kleines Kind.
Gut und Böse
Eine Doku über die Überwachung. Vom ZDF. Ich gucke gerade. Es fängt schon mal nicht gut an, mit dem Soundtrack vom Herrn der Ringe. Aber wir werden sehen.
Schlaubi Schlumpf
Ich und Termine. *grummel*
Nichtchen wird Sonntag getauft. Und ich habs völlig verbaselt. Nur gut, dass Amazon auch Last Minute…*hust*
Der Blick über den Tellerrand
Es ist immer so leicht, nach dem Augenschein zu urteilen. Jemand reagiert ungehalten? Was für ein unfreundlicher Mensch.
Jemand ist ungewaschsen, verwahrlost? So ein Penner. Könnte wirklich mehr auf sich achten.
Es ist so leicht mit den Augen zu urteilen.
Und so schwer, mit dem Herzen zu sehen. (Frei nach Antoine de Saint-Exupéry)
Auch wenn sie es nicht will: An dieser Stelle Applaus in Richtung mamamiez. Vielleicht sollten wir alle ein bisschen mehr auf unser Gefühl hören.
P.S.: Ja, bei mir menschelt es heute sehr. In alle Richtungen. Get over it 😉
Kindersupermarkt
Es gibt auf dem Adoptionsmarkt neben dem sogenannten „weißen Markt“, also der regulären Adoption über staatliche Stellen, auch einen gigantischen Grauen und Schwarzen Markt. Also Adoptionen die unter, sagen wir mal, merkwürdigen Umständen zustande kommen.
Oder, um es mal klar zu sagen: Kinderhandel
Schadenfreude
Und jetzt bitte Schlüssel wegwerfen und diese jämmerliche Gestalt vergessen, ja? 🙂
Zitat eines guten Bekannten aus den USA:
googled, dafuq’d, headdesked, facepalmed
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Nur:
Der hätte sich fast selbst in die Hölle geschickt, die er anderen immer auf den Hals hetzen will.
Gott hat doch Humor. Und manchmal mag ich den. 🙂
(klammheimlich, damits keiner hört: *gnihihihihihihi* ja, ich bin da aus vollstem Herzen boshaft. Der hats verdient)
/update
Huah. Ich hab Terry Jones und den Clowns von der Westboro Baptist Church verwechselt. Terry Jones ist echt noch eine Ecke übler als der….
Updates
Wenn ich Artikel ändere erscheint das ja nicht im RSS-Feed, aber trotzdem haben sich zu den Artikeln gestern ein paar Updates ergeben.
Zur yemenitischen Kinderbraut:
Die Story scheint nicht zu stimmen. Der Faktencheck (durchgeführt mit arabischen Bloggern und Journalisten) gab das nicht her. Unabhängig davon bleibt das Fazit aber bestehen, es gilt für alle „Ehemänner“ und „Eltern“ sogenannter „Kinderbräute“:
Möge es einen Himmel und eine Hölle geben. Und mögen sie dort lange und in Unfrieden schmoren.
Zu Habemus IOCum:
Es gibt die Stellungnahme eines WDR-Reporters, der die Zahl der 34 angekarrten Journalisten dort relativiert und gleichzeitig erzählt, dass für den WDR für eine Radiosendung 46 Menschen erforderlich waren, davon 18 Korrespondenten. Und er versteigt sich tatsächlich zu der Behauptung, dass ohne die 46 Leute keine Radiosendung möglich gewesen wäre (ich hab die Bäckereifachverkäuferinnen, Pförtner, Lokomotivführer und ähnliches mal rausgenommen, das war Polemik, und das darf nur ich 😛 )
Sorry Leute, aber:
Das ist Luxus. Es geht *natürlich* auch mit weniger. Mit erheblich weniger. Aber dann muss man den eigenen Hintern ein wenig bewegen und sich nicht nur fotogen in irgendwelche Ecken stellen und wichtig tun. Man muss dann tatsächlich auch mal „minderwertige“ Arbeiten verrichten, weil man eben keine AvD (Arsch vom Dienst) hat. So einen Praktikanten oder ähnliches. Und notfalls muss man den Kaffee dann auch mal selber kochen und die Korrespondenz selbst erledigen. Und selbst entscheiden, was wichtig und was unwichtig ist. Es geht auch ohne Sekretärin.
Dass sowohl die ARD als auch Udo Stiehl das auch noch verteidigen? Wozu braucht der WDR dort 18 Korrespondenten? Die HÄLFTE hätte ich noch als echt gute Personalausstattung gesehen.
Das bitte auch vor dem Hintergrund sehen: Der WDR ist eine Sendeanstalt der ARD. Das heißt, insgesamt hat die ARD gut 80 Leute für eine Berichterstattung darüber, welche Stadt im Jahr 2020 die olympischen Sommerspiele austrägt und welcher Mensch künftig den Sessel des IOC-Chefs warmhält rübergeschickt. Und dann kommt noch nicht mal genug Fleisch dabei rum, um mal die korrupten Verbindungen aufzuzeigen.
Das schafft nur Jens Weinreich – im Alleingang, möchte ich an der Stelle mal sagen.
Das ist der Unterschied zwischen satter Versorgungsmentalität, die Kritiker wegbeißt anstatt mal zuzugeben, dass was schief gelaufen ist: Weil das nämlich bedeuten würde, dass man liebgewonnene Privilegien aufgeben müsste. Und dem Hunger eines Menschen, der eine Mission hat. Jens Weinreich ist alleine glaubwürdiger, recherchefreudiger und beweglicher als das 80 Personen starke Team der ARD zusammen.
Und man sollte mal die ganze Sache in ein paar Relationen setzen. Zum Beispiel mit meiner alten Arbeitsstelle im öffentlichen Dienst.
Es werden nicht nur keine Leute dort mehr eingestellt, es werden auch gezielt alle Beamten, die man in den Vorruhestand versetzen kann, in den Vorruhestand versetzt. Weil man Personal abbauen muss. Weil man kein Geld mehr hat. Die Arbeit wird auf die übriggebliebenen verteilt, die zum Teil kurz vor dem Zusammenbruch stehen. Dabei bezieht sich diese Aussage aber ausschließlich auf die „unteren Chargen“. Den Chefs gehts gut, wie immer. Das ist kein Sonderfall des kleinen Dorfs am Rande der Großstadt – das findet im öffentlichen Dienst und auch bei der Telekom seit Jahren statt. Die Telekom entledigt sich so ihrer „Altlasten“.
Herr Stiehl, erzählen sie doch bitte mal einem Beamten im mittleren Dienst, der gerade noch ein weiteres Sachgebiet dazubekommen hat, weil die Arbeit ja gleich bleibt nur die Leute werden weniger, mal bitte in einfachen Worten, dass man tatsächlich 46 Leute braucht um eine verdammte Radiosendung zu moderieren.
Zu Syrien:
Pantoufle mit einer treffenden Zusammenfassung. Und einer, die traurig macht, wenn man sich vorstellt, wie zynisch diese alten Menschen dort doch sind 😦
Zum Feminismus:
Sorry, aber ich habe hier einen veritablen Lachanfall heute bekommen. Da gibt es einen Shitstorm, weil ich mich darüber geärgert habe, dass eine bestimmte Sorte Feministinnen (hey, ich bin ja lernfähig *g*) jedes, aber auch JEDES Thema in die Fem-Ecke zieht. Und dann sehe ich bei Udo Stiehl diesen Kommentar.
Tja.
Kennt ihr das auch?
Ihr trefft jemanden, findet den nett, man kann sich mit dem unterhalten. Und überhaupt… genau.
Sowas hatte ich auf der FSA13 auch. Wurde mir als „Flatter“ vorgestellt. Klasse Kerl. Der Name kratzte im Hinterkopf, aber 1+1 zusammenzuzählen – das hab ich nicht hinbekommen.
Weil, Flatter war nämlich DER Flatter hier.
Ich brauch ne Papiertüte. Zum überziehen über den Kopf. Ich hasse das, wenn ich sowas komplett verraffe 😦
Kinderbräute
So nennt man es im Yemen, wenn kleine Kinder an erwachsene Männer verheiratet werden. Ein Gesetz, dass es den Eltern untersagte, ihre Töchter an diese Männer zu verkaufen, wurde wieder abgesetzt, weil es von Rechtsgelehrten als „unislamisch“ angesehen wurde.
Falls sich jemand mal genau ausmalen möchte, was unsere Pädophilen“aktivisten“ für Deutschland in den 80ern erreichen wollte: Das da. Das war es, wofür die FDP-Politikerin Döring gekämpft hat, wofür Daniel Cohn-Bendit gekämpft hat. Das Recht, ein Kind straflos zu vergewaltigen.
Genau das ist es. Nicht mehr und nicht weniger.
Ich habe mir gerade sehr lange ein Bild meiner kleinen achtjährigen Nichte angesehen. Und alles, was ich fühlen konnte, war eine unglaubliche Wut auf diese Verbrecher, die ein so kleines Kind aus purem Eigennutz ermordet haben.
Möge es einen Himmel und eine Hölle geben. Und mögen sie dort lange und in Unfrieden schmoren.
Sascha Lobos privilegierte Einwürfe
Kann man sich immer durchlesen. Nicht immer stimmt man zu, aber aktuell hat er was rausgehauen, was beim Lesen körperliche Schmerzen verursacht.
Weils einfach stimmt, was er sagt.
Der Fall Carlos Miranda
War auch Thema einer Aussprache im EU-Parlament.
Videos gibts hier zu sehen. Wenn die Technik von den Brüdern doch nur nicht von Anno Schnuff wäre 😦