Archiv des Autors: Tante Jay
Hamburgs Notendesaster
Hamburg hebt künstlich den Notendurchschnitt an, den eine Testklausur ergeben hat. „Wir wissen noch nicht, ob es am Test oder den Schülern liegt“ – auf das naheliegendste, nämlich einer völlig verkackten Bildungspolitik, kommt wieder mal keiner.
Reminder: Warum ich blogge
Fefe hats hier mal gepflegt auf den Punkt gebracht.
Eine Lösung habe ich auch nicht. Aber ein paar Beobachtungen.
Wie mans macht isses verkehrt
Silvester 2015 der große Aufschrei. Irgendwas zwischen 40 und 1000 „nordafrikanische“ Männer die irgendwas zwischen 100 und 10000 Opfer (die Zahlen hab ich in den verschiedensten Medien alle gesehen) sexuell belästigt, begrapscht, beklaut haben.
Der widerliche Hashtag #rapefugee ließ auch nicht lange auf sich warten.
Silvester 2016: Die Ereignisse 2015 sollten sich nicht wiederholen. Entsprechend hoch war das Polizeiaufkommen und die Leute, die auf die Domplatte gelassen wurden, waren handverlesen. Völlig zu Recht. Oh, und 6 Leute der „Identitären“ sind ebenfalls des Platzes verwiesen worden.
Kann mir mal bitte einer erklären, warum die Polizei jetzt „rassistisch“ gewesen sein soll? Ein racial Profiling angesichts der Ereignisse letztes Jahr ist völlig in Ordnung und angemessen. Es waren im vergangenen Jahr nun mal keine blonden und blauäugigen, die da an falschen Stellen Luft gezogen haben UND die zudem das Leben verdammt vieler Leute verdammt viel schwerer gemacht haben.
Wenn man jetzt sieht, dass da wieder gruppenweise genau die Leute standen, die letztes Jahr schon dummes Zeug gemacht haben: Nope. Die können dann woanders feiern und sich von mir aus gegenseitig den Schniedel antanzen. Aber auf der Domplatte die offiziellen Feiern mitmachen – DAS Privileg ist fürs erste verspielt.
Nein, an der Stelle ist eine Einzelfallprüfung nicht durchführbar. Wir reden da von mehreren Tausend Leuten auf der Domplatte, die da feiern. Das kannst du knicken, dass du da jeden einzeln filzt, ob er auf die Platte darf oder nicht. Du hast ein Risikoprofil, dass da lautet: Maghrebiner. Männlich. Die können dann halt nicht mitspielen. So ist das, wenn ein paar Idioten das für alle kaputtmachen. Doof für die, die dann falsch getroffen werden, aber ich könnte mir vorstellen, dass die ordentlichen Leute das durchaus verstehen. Die, die ich kenne, begrüßen die Aktion auf jeden Fall.
Nafri soll also rassistisch sein? Gut, der Tweet war selten dämlich, aber hey: Das sind keine PR-Profis und persönlich finde ich solche Ausrutscher durchaus erfrischender als glattgeleckte 100% korrekte Tweets, die nix aussagen. Und Jobintern nutzt du halt mal Abkürzungen. Da hat einer gepennt – am 2.1. eines Jahres durchaus in Ordnung.
Jeder, der jetzt hier die Leute in Schutz nimmt, die im vergangenen Jahr richtig kacke gebaut haben, sollten sich mal überlegen, dass sie damit auch den Leuten, die sich hier anständig benehmen und versuchen, auf die Füße zu kommen, so richtig ins verlängerte Rückgrat treten. Mit Anlauf.
Wozu denn noch hier nach den deutschen Regeln spielen, wenn die Regelbrecher auch noch beschützt werden? Dafür hat keiner Verständnis, wenn ich mit den Flüchtlingen rede. Wer die Regeln bricht, soll bestraft werden. Das ist deren Tenor. Und: „Es waren Marokkaner, Tunesier, Algerier die da in Köln Mist gemacht haben. Warum sollte die Polizei das Risiko eingehen?“
Genau das. Es war eine Risikoabwägung. Vergangenes Jahr ist Mist passiert, das sollte sich nicht wiederholen. Und angesichts der Bilanz: 10 „leichte sexuelle Übergriffe“ aka „grabschen“, 92 Leute im Gewahrsam, 27 vorläufige Festnahmen, 1080 Platzverweise. Und alles in allem eine schöne, ruhige Silvesterparty.
Eins noch zu den Platzverweisen. Es wird (vor allem in den einschlägigen Kreisen wie PI und Co.) wohl kolportiert, dass da 1000 „Nafris“ wieder auf billige deutsche Weiber gewartet haben.
Dem ist nicht so. Diese 1000 sind eine 1:1-Übertragung der Platzverweise auf eine Gruppe alleine, nämlich die Nordafrikaner. Das ist unzulässig und wie so oft glatt gelogen. Die Platzverweise trafen eine Menge Leute, die durchaus auch als „arisch“ durchgehen würden, meine Lieben. Siehe oben die Platzverweise für die Identitären Vollidioten.
DIE will nämlich auch keiner auf so einer Party.
2016
Zeit für meinen persönlichen Jahresrückblick. Ich fang mal an – was am Ende rauskommt, weiß ich aktuell selbst noch nicht.
Das große schwarze Kaninchen
Wenn es eine Story gibt, die nicht verfehlt, mich zum Weinen zu bringen, einfach weil sie so wunderbar erzählt ist, so furchtbar traurig und gleichzeitig so unglaublich hoffnungsvoll, dann ist es Watership Down. Die Geschichte ist ein emotionaler Rollercoaster mit einem Ende, so unfassbar wunderbar und traurig und schön… sowas bekommt man nur einmal im Leben hin als Autor.
Fiver und sein Kampf gegen das tyrannische Kaninchen, zusammen mit seinem Bruder Hazel – um ein Volk von Wildkaninchen zu befreien. Wunderbare Allegorie und vielleicht etwas, was wir uns alle öfter ansehen sollten.
Was soll man noch sagen?
George Michael hat’s dahingerafft und Carrie Fisher sieht auch nicht gut aus. 15 min. mit Wiederbelebungsmaßnahmen – viel Hoffnung habe ich da nicht. Vielleicht überrascht sie uns ja noch alle.
/edit: Nein, tut sie nicht. 😦
2016 ist nicht schuld, ein Jahr ist keine Person, Zeit vergeht und Menschen sterben. Trotzdem ist es gerade in künstlerischer Hinsicht ein Zäsurjahr, dass uns viel Kreativität gekostet hat.
Hoffen wir mal, dass andere nachkommen können. Bei vielen wirds schwierig werden. Ich denke da an David Bowie und Alan Rickman, die auf ihre Art einzigartig waren – Vorreiter und Vordenker. Ebenso wie George Michael.
*seufz*
Schöne Feiertage
Bleibt für dieses Jahr nur noch der Jahresrückblick. Will ich das wirklich? Wir sehen mal.
Momentan entwickel ich mich in eine Richtung weiter, die spannend ist. Das bloggen ist derzeit etwas in den Hintergrund geraten, einfach, weil ich tatsächlich viel um die Ohren habe.
Mal sehen, ob ich nächstes Jahr wieder mehr Ressourcen habe.
Ich werd nicht jünger und dieses Jahr sind die Knochen noch bissi *aua* geworden. Wird wohl doch Zeit für ne geschmeidige Gewichtsreduktion.
2016 hat für mich auch ein Novum gebracht. Mein erstes Interview. Für einen neuseeländischen Radiosender – Access Manawatu. Karl Pearce ist ein echt netter Kerl, ein bisschen irre, aber das macht nix. Wir hatten ein nettes Gespräch und wenn man berücksichtigt, dass das ganze um sechs Uhr morgens stattgefunden hat und ich völlig verschlafen war, dann hab ich mich gar nicht so schlecht geschlagen. Ich hab allerdings auch festgestellt, dass auch Neuseeland bestimmte Wörter in öffentlichen Räumen nicht mag. „Asshole“ zum Beispiel. Ich muss da wohl noch was an meinem englisch arbeiten *g*
Momentan zweiter in der Liste – „Kerstin on Refugees“.
Alles andere in einem separaten Post. Hier bleibt mir erstmal nur, euch frohe Feiertage zu wünschen, mit möglichst wenig Stress und Ärger.
Bis denne
Eure Tante Jay
Donald Trump
So. Nu isser endgültig gewählt. Nach einem Wahlkampf, der mit „dreckig“ nicht ausreichend beschrieben ist. Wo wirklich jeder mitgemacht hat, der irgendwo nen Hacker rumstehen hatte – um Clinton zu verhindern, die Obamas Politik fortgesetzt hätte. Was einerseits gut gewesen wäre, in vieler Hinsicht aber auch sehr schlecht.
Nun gut. Donald Trump also. Mal ein paar Gedanken dazu.
Kurze Anfrage
Hat einer hier den Skypeaccount „Mithrandirefa“? Wenn ja: Du bist gehackt worden. Chinahacker *g*
US Wahlen
Oh shit. Mehr hab ich dazu nicht zu sagen. Ich übergebe an Hans Hütt und sein Kursbuch.
/edit. Day 1 after the elections.
Ding dong der Vertrag ist tot
🙂
Die Wallonie hat das CETA-Abkommen gekippt. Ganz alleine. Die kleine Wallonie hat die große EU vorgeführt. Einfach, indem sie „Nö“ gesagt haben.
Sehr geil.
Grundsätzlich: Es ist nichts gegen Handelsverträge einzuwenden. Sehr wohl aber dann, wenn sie rechtsstaatliche Institutionen wie Gerichte mit eigenen, geheimen und intransparenten Gerichten aushebeln wollen. Das wurde zunächst mit TTIP versucht – TTIP ist erstmal tot, dank dem energischen Widerstand der europäischen Bürger.
Dann kam CETA – CETA waren die netten Kanadier, die ziehen uns doch nicht übern Tisch, richtig?
Doch.
Denn auch hier waren die verfassungswidrigen geheimen Schiedsgerichte etabliert und wurden nicht mal verhandelt. Hinzu kommt, dass die „Verhandlungen“ über CETA und TTIP hübsch im stillen Kämmerlein stattfanden, die Öffentlichkeit, die die Last dieser Verträge zu tragen gehabt hätte, wurde nach allen Regeln der Kunst ausgeschlossen.
Das ist jetzt gekippt. Gewonnen haben Demokratie und Rechtstaatlichkeit, die mit CETA und/oder TTIP weitestgehend abgeschafft worden wären. Die Großkonzerne hatten sich das aber auch zu schön gedacht:
„Wir machen jetzt Verträge, damit wir uns Steuergelder holen können, wenn uns die Gewinne nicht reichen“.
Ohne Einspruchsfrist.
Danke Wallonien. Europa steht in eurer Schuld.
Terror
Es gibt inzwischen zu dem Bubenstück gestern abend einige Reminiszenzen. Die bislang Beste war die von Thomas Fischer, wie gewohnt wortreich und -gewaltig.
Meine fällt etwas anders aus. Ich hab gestern mehrfach gedacht, ich bin buchstäblich im falschen Film.
Update
Mich gibts noch. Aktuell stiefel ich in den Niederlanden rum. Osterschelde. Noch bis Samstag.
Über die Integration
„Die müssen sich integrieren“ ist ein vielzitiertes Stichwort, dass sich auf die Flüchtlinge bezieht. Was zum Einen impliziert, dass sie das nicht wollen und zum Anderen dass sie ihre „eigene Kultur“ uns überstülpen wollen.
An der Stelle möchte ich gerne jeden, der den Spruch hirnlos in die Gegend ballert mal fragen:
HACKTS?
Vorsicht: Ich bin stinkwütend.
Die Nacht der langen Messer
1934 fand der Röhm-„Putsch“ statt, in deren Zuge die SA ihre politische Bedeutung verloren hat und die SS selbständig wurde. Lies den Rest dieses Beitrags