Der Tod des Whistleblowers


Jahrzehntelang waren investigative Journalisten dafür bekannt, Missstände aufzudecken. Spiegel, Wallraff, sie alle standen in der Tradition der Aufklärung und Aufdeckung von Skandalen.

Investigative Journalisten sind aber auf Quellen angewiesen. Und darauf, dass sie ihre Quellen effektiv schützen können. Denn die Quellen riskieren nicht selten Kopf und Kragen, wenn sie exponiert werden, ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich auf Chelsea Manning hinweisen, der zwischenzeitlich sogar die Todesstrafe gedroht hat.

Journalistischer Quellenschutz ist aber inzwischen nicht mehr möglich. Wenn ein Whistleblower heutzutage nicht enttarnt wird, liegt das nicht daran, dass die Journalisten ihre Quelle geschützt haben. Sondern daran, dass die Geheimdienste ein Interesse daran hatten, den Whistleblower NICHT auffliegen zu lassen.

Glaubt ihr nicht? Schauen wir doch mal genauer hin.
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Humboldt-Universität Berlin


Liest hier jemand von der Uni mit? Student, Referent, Professor oder so?

Ich bräuchte mal einen von euch *g*

Scheiß Evolution aber auch


Und jetzt stellen wir uns alle mal vor einem NPDler oder AFDler auf und sagen:

Über die Zensur


Es ist ja immer wieder erstaunlich, was manche Leser so glauben, was ein Blogbetreiber alles so aushalten muss. Da kackt man fröhlich seinen Mist ins Blog, beleidigt lustig drauf los und sobald der Blogbetreiber sich dagegen verwahrt wird „ZENSUUUUUUUUUUUR“ gebrüllt.

Neeeeeeeeeeeeeee, Freunde. So funktioniert das nicht.

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Datensicherheit


Wir leben in Zeiten des Staatstrojaners, der ja bereits eingesetzt wird. Das wird hübsch unter der Hand gehalten, aber eingesetzt wird er.

Wir leben in Zeiten, wo die NSA recht freizügig mit der Datensicherheit anderer Rechner umgeht. Solange man die eigene Hardware nicht selbst zusammengelötet hat, kann man nicht sicher sein, dass sie nicht infiziert ist. Ein kleiner unschuldiger Extrachip reicht ja schon aus, um jedes Datensicherheitskonzept zunichte zu machen.

Hinzu kommt ein Grundsatz: Wenn ich mir Zugriff auf ein System verschaffe, indem ich Sicherheitsregeln aushebele und ein vorhandenes Sicherheitskonzept unterwandere, habe ich Vollzugriff. Das heißt, nicht nur lesend, sondern auch schreibend.
Und das ist wirklich ein Problem.

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Glanz und Gloria. Und ne Meise


Es gibt Menschen, die gehören zu den etwas skurrileren Vertretern ihrer Zunft. Gloria von Thurn und Taxis zum Beispiel, die schon des öfteren mit recht rassistischen Äußerungen („die Neger wollen alle schnackseln“) aufgefallen ist.

Oder Kardinal Meisner, der im Gegensatz zu Jay Leno eben NICHT weiß, wann gut ist.

Und wenn die zwei ein Buch schreiben, kann man sicher sein, dass da ein Schleudertrauma bei rumkommt. Vom Kopf schütteln.

Vor allem wenn sie es bewerben.

Lebensabschnitte


Einer der größten Erfolge ist es, wenn man das, was man tut, gerne tut. Wenn man gerne seinen Job macht. Über Jahrzehnte. Wenn man das, was man tut, gut macht und man dann noch Dinge erlebt, von denen man erzählen kann.
Das Leben geht weiter, doch bei manchen ist das Leben so sehr mit dem Beruf vermengt, dass eine Trennung schwer fällt.

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Zeichen setzen


Die widerliche Hetzjagd auf Schwule und Lesben in Russland und Nigeria kann nur mit deutlichen Zeichen in die entgegengesetzte Richtung beantwortet werden.

Zeichen, die den richtigen Leuten wehtun, weil sie das, was sie darstellen („russische Neo-Nazis“ – es ist unfassbar, die Nazis haben die Russen als „Untermenschen“ betitelt, die sind da so strunzblöd, blöder gehts doch gar nicht), nicht lächerlich machen, sondern ihre eigene Agenda dagegenstellen.

Auf eine wunderbare Weise haben das die Kanadier und die Schweden geschafft. Und ich gestehe, während ich beim kanadischen Video herzlich gelacht habe, habe ich beim schwedischen ein paar Tränchen verdrückt.

Setzt Zeichen. Im Internet. Zu Hause – wo immer ihr könnt. Denn wenn Sotchi vorbei ist, wird auch der Fokus der Weltöffentlichkeit schnell zur Tagesordnung übergehen. Und das wird in Russland real Menschenleben kosten, denn diese Verbrecher quälen ihre Opfer nicht mehr „nur“ – sie töten sie inzwischen auch, weil sie sich sicher sein können, dass den Schwulen kein Hahn nachkräht.

 

 

*GRRRRRRRRRRRRR*


Kurz aufregen. Aber mal RICHTIG.

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Die linke und die rechte Hand des Teufels


Ich gestehe: ich bin Linkshänderin. Und wie meine Grundschullehrerin nicht müde wurde, zu betonen, sind Linkshänder des Teufels und wer mit links schreibt geht Gottes Gnade verlustig.

Wenn ich jetzt Blogleser verloren haben sollte, weil ich eins dieser teuflischen Wesen bin, die mit der linken Hand schreiben und deren „starke“ Hand die Linke ist – dann tut es mir leid, doch ich möchte das nicht länger verstecken.

Es fällt mir schwer, in der Öffentlichkeit so zu tun, als wäre ich nicht Linkshänderin. Ständig muss ich aufpassen, was ich mit welcher Hand mache. Schreiben wird so zum Spießrutenlauf. Immer wieder ernte ich kritische Blicke, weil ich einen Moment nicht aufgepasst habe.

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Hilfe von außen


Cornelius Gurlitt, der Kunstsammler, den der Staat Bayern möglicherweise um seine Kunstschätze betrügen wollte, hat jetzt Hilfe bekommen.

Eine kleine Armada aus Anwälten, einem Medienmenschen und seinem Betreuer hat sich in Bewegung gesetzt und erstmal Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt – jemand hat offenbar Dienstgeheimnisse gezielt an die Medien durchgestochen.

Hinzu kommt, dass noch nicht mal die 300 Bilder, die inzwischen zweifelsfrei Eigentum von Cornelius Gurlitt sind, zurückgegeben wurden. Zu groß die Gefahr, dass nach dem Medienrummeln ein paar nette Herren bei ihm vorbeifahren und ihm ein Angebot machen, dass er nicht ablehnen kann.

Tja, und nun? Für die beteiligten Behörden wirds nun eng. Hoffen wir, dass der Sack auch zugemacht wird.

Verkannte Helden


Es ist ja auch ein Kreuz mit diesem Internet. Verdienste werden nicht ausreichend gewürdigt, wenn man sich denn dann mal ehrlich schämt und seine Verfehlungen juristisch einwandfrei wieder gutmacht, kommen sofort alle mit der Moralkeule.

Perfide: Es hilft noch nicht mal, wenn man sich karitativ betätigt.

Dieser fiese Internetmob aber auch. Moderne Hexenjagd. Pranger. Mobbing. Rufmord. Denunzierung.

Gut, sie hat im Grunde genommen das gleiche gemacht, wie Uli Hoeneß: ordnungsgemäß versteuerte Gelder in der Schweiz gelagert und dafür keine Zinsertragssteuer bezahlt. Sie hat also grundsätzlich – genau wie Uli Hoeneß – Steuern bezahlt.

Auf der anderen Seite muss man jetzt mal sehen, dass Uli Hoeneß mit einem Bein im Knast steht während Frau Schwarzer öffentlich herumweinen kann, dass doch gerade alle so furchtbar böse zu ihr sind.

Wenn zwei dasselbe tun ist es noch lange nicht das gleiche. Jaja, ich weiß, der eine hat sich blöd angestellt, die andere war clever. Aber macht mir hier nicht mein schönes Narrativ kaputt, dafür genieße ich die Situation mit der Schwarzer gerade viel zu sehr.

Warum? Ich bin doch eine Frau, ich sollte doch froh sein über Alice Schwarzer?

Über die frühe Alice Schwarzer war ich das auch. Sie hat Krusten aufgebrochen, sie ist mit einer Verve, die ihresgleichen sucht vorgegangen und hat unbeirrt, stur, wie sie nun mal ist, gezielt alte Zöpfe abgeschnitten und Patriarchalisches benannt wo es normalerweise verschwiegen wurde.

Sie hat gezeigt, dass Frauen nicht nur bessere Heimchen am Herd sind.

Aber heute?

Frau Schwarzer hat sich selbst überlebt. Sie stilisiert sich selbst zur Ikone des Feminismus hoch, sie ist diejenige, die in Deutschland immer noch für Feminismus und IHRE Art des Feminismus steht. Wer für Frauenrechte kämpft, ohne Schwarzers Position einzunehmen, muss damit rechnen von ihr abgestraft zu werden. Und ihre publizistische Macht ist groß, sie gehört zu den mächtigsten Medienfrauen Deutschlands und ist in einer Reihe zum Beispiel mit Friede Springer zu stellen.

Dabei bringt sie bereits seit Jahren keine neuen Impulse mehr, sondern feiert nur noch sich selbst und „ihren“ Weg des Feminismus. Kritiker kritisieren nicht Frau Schwarzer, sondern direkt den Feminismus – sie sieht sich selbst als Verkörperung der Bewegung. Eine Trennung zwischen der Person Alice Schwarzer und der Bewegung der Feministinnen ist von ihr seit Jahren erfolgreich verhindert worden.

Und wenn dieser Steuerskandal dazu beiträgt, dieses Bollwerk aufzuweichen und den in Selbstgefälligkeit und Selbstgerechtigkeit erstarrten Feminismus wieder zu vermenschlichen, dann bin ich dafür, dass wir noch eine Schlagzahl zulegen.

Denn der Feminismus der Alice Schwarzer hat nicht die Antworten, die wir heute brauchen. Dafür gibt es andere Frauen, die, völlig zu Unrecht, in dem gewaltigen Schattenwurf der Alice Schwarzer verschwinden.

Und wenn sich DAS ändern würde, könnte man den Feminismus auch wieder ernst nehmen.

 

Nie wieder Krieg


…der ohne Deutschland stattfindet.

So lautet derzeit das Credo der Politik. Opposition? Friedensbewegung? Hamse jedient?

Ich übergebe das Wort an Jakob Augstein, der besser als ich das zusammenzufassen vermag, was ich von diesen Kriegstreibern und Möchtegernfeldherren halte.

Von diesem Bundespräsidenten, für den man sich nur noch schämen kann.

Schämen für diese Kanzlerin, die das Maul nur aufmacht, wenn sie sicher ist, dass es nicht reinregnet und wenn sie sicher ist, dass sie nicht nach irgendwelchen ominösen US-Überwachungen gefragt wird.

Und schämen für diese Verteidigungsministerin, die die Kinderbetreuung zwischen den Kampfhandlungen etablieren möchte.

Und man könnte sich schämen für diesen Außenminister, der als aktenfressender Schreibtischtäter keine Probleme dabei zu haben scheint, Menschen sehenden Auges in den Tod zu schicken.

Es heißt immer, man bekommt als Land die Regierung, die man verdient. Aber ganz ehrlich Leute:

DAS hat keiner, wirklich KEINER von uns verdient.

Missbrauch


Eins vorweg: Ich halte Dylan Farrow für das Opfer von Missbrauch. Sie IST eine Überlebende. In jeder Beziehung. Nur halte ich einen anderen Täter für möglich.

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Linksammlung


Ein paar Links für die sich keine eigenen Artikel lohnen, die mir aber im „Social Web“ vorbeigerauscht sind.

Europeana 1914 – 1918. Der Erste Weltkrieg persönlich und bedrückend hautnah

steuerlich absetzbarer Exorzismus via Skype. Nur knapp 300 Dollar.

Balls of steel award 2014. DAS ist nicht mehr zu toppen.

Vollmond. Äpfel. Und von der Anziehungskraft des Aberglaubens.

Slam Poetry. But don’t slam poetry.

Ich schreibe selbst. Und ich weiß, wie stark Worte sein können, wenn sie richtig gesetzt werden. Die Feder ist nach wie vor mächtiger als das Schwert. Das tötet nur – Worte können vernichten oder aufbauen, je nach Intention dessen, der die Feder führt.

Einer der stärksten Vertreter der Slam Poetry Zunft ist Shane Koycan. Doch auch andere haben etwas zu sagen. Und mit dem Instrument der Slam Poetry verleihen sie ihrer Aussage eine Durchschlagskraft, die, wenn man zuhört und versteht, nicht das Leben ändern kann, aber doch neue Impulse verleihen, Sichtweisen verändern oder zumindest etwas zum Nachdenken geben. Denn auch, wenn man eine Sichtweise nicht teilen kann: Es lohnt sich oft, zumindest drüber nachzudenken.

Und es ist gerade bei der Slam Poetry noch kein Meister vom Himmel gefallen. Um die nötige Eindringlichkeit zu erreichen, braucht man Lebenserfahrung und Übung.

Wegen eines sprachlichen Aussetzers auf einem Künstler herumzuhacken, ist daneben. Denn auch wenn der Aussage die Druckkraft eines Dampfhammers fehlt, wenn die Intonation nicht stimmt – sie ist da. Und wert, angehört zu werden.