Quo vadis, Piraten
Die Piraten also.
Angetreten, die Merkel-Republik ins Neuland zu führen, den Menschen klarzumachen, mit welchen Möglichkeiten, aber auch mit welchen Risiken wir uns sehr konkret konfrontiert sehen.
Und trotz Prism, XKeyscore und dem Supergrundrecht auf Sicherheit, also trotz aller Elfmeter, die, richtig ausgespielt, *locker* für eine zweistellige Prozentzahl hätten reichen können, haben die Piraten lediglich 2,5% eingefahren.
Vieles davon ist hausgemacht. Aber bei weitem nicht alles.
Medienkompetenz?
Viele sind heute einfach überfordert mit der Flut an Informationen, die so jeden Tag reinkommen. Früher (TM) wars ja auch tatsächlich einfacher.
Man kaufte die FAZ, weil man wusste, dass die Artikel einem gefielen. Die FAZ hatte eine politische Grundausrichtung, die wurde beibehalten. Spiegel kauften die Roten, die Schwarzen FAZ und die Grünen die taz.
Tja, aber so einfach ist das heute nicht mehr.
Bundestagswahl
Bevor ihr jetzt euren Kummer in Alkohol ertränkt: Das war doch abzusehen, oder?
Die CDU hat schon vor einer Weile realisiert, dass es für die FDP sehr eng wird. Und als die auf einmal anfing, die Leihstimmen-Kampagne zu fahren, hat Mutti fix reagiert und gegengehalten – Ergebnis: Die FDP-Leihstimmen sind bei der CDU geblieben.
Was mich erschüttert, ist, dass ich tatsächlich recht hatte. Angela Merkel hat den Prism-Skandal wunderbar ausgesessen. Sie kann alleine reagieren. Die Leute, die sie vor sich hätten hertreiben sollen, haben das nicht getan, sie konnte sich hinter dem Grundrechtsminister im blauen Schlafanzug, Super-Friedrich verschanzen und hinter Pofalla. Wenns eng wurde, kam noch Steffen Seibert hinzu.
Angela Merkel regierte durch nichtregieren. Und sie kann das offenbar jetzt alleine tun.
Tja, bis in 4 Jahren, wenn die Nachfolgeregierung das übernimmt, was nach 4 Jahren Supergrundrecht auf Sicherheit von den Bürger- und Menschenrechten noch übrig ist.
Der einzige Vorteil: Sie hat diesmal keinen Koalitionspartner, dem sie den schwarzen Peter zuschieben kann. Aber da ist ja immer noch die CSU und Seehofer. Der nervt eh schon lange.
Wetten werden angenommen, wie lange der durchhält…
Der Wahlkrimi
Ouuuuh.
Der Spiegel pullt ne Bildzeitung und erklärt die heutige Wahl zum „Wahlkrimi„.
Als ob Rot-Grün auch nur den Hauch einer Chance hätten, datt Merkel ernsthaft zu gefährden. Ja, ich kenne die Umfragewerte. Ich kenne aber auch meine Deutschen.
Die Frage, die allenfalls krimitauglich wäre ist: Wer von den anderen Parteien ist raus? Und wer drin? Piraten? FDP? Eher die 3%-Kandidaten. Mist hätte vielleicht doch nicht FDP…*hust* Scherz.
DIE PARTEI? Auch leider nicht. AfD? HOFFENTLICH nicht.
So oder so. Wir werden sehen. Ab 18 Uhr werde ich mal kurz reingucken.
Was mich ankotzt?
Dass die nach der Wahl lustig weitermachen, Prism und Co. schön unter den Teppich zu kehren. „Ihr werdet überwacht, aber das ist nur zu eurem Besten“.
Ja, ne. Is klar. Und was das angeht sind ALLE unwählbar.
Apropros AfD
Hier mal zwei ausgewählte Aussagen von AfD-Führern.
und zum Wahlrecht für Außenseitergruppen wie Beamte, Rentner und Arbeitslose.
Nur falls sich einer der Illusion hingibt, dass das Pack da wählbar ist.
Wahlrecht gleich Wahlpflicht?
Morgen ist sie also. Die „Schicksalswahl“ zu der viele sie hochstilisieren wollen. Und die ganzen Kampagnenplattformen wie Avaaz überschlagen sich gerade mit Aufrufen, dass man doch in seinem Verwandten- und Bekanntenkreis ganz doll viele Nichtwähler habe, die es noch zu überzeugen gilt.
Woanders liest man: „Wenn ihr nicht wählen geht, haltet auch bitte vier Jahre lang das Maul“
Darf ich alle Beteiligten mal dran erinnern, dass wir in Deutschland immer noch ein WahlRECHT haben und keine WahlPFLICHT?
Radikale Kehrtwende
Ich schlage ja recht gerne auf die Kirchen ein. Vor allem auf die katholische. Zu verkrustet die Strukturen, alte Männer, die völlig andere Dinge im Sinn haben als ihre Schäfchen. Stures Pack, dass nur noch das eigene Säckel im Sinn hat, nicht jedoch die Seelsorge, die sie einst leisten wollten.
Tja. Und dann kam Benedikt. Der dem ganzen die Krone aufgesetzt hat. Papst Benedikt, der Scholar, der Gelehrte, der die „reine Lehre“ eines 2000 Jahre alten Buches vertreten wollte und dabei übersehen hat, dass sich die Gesellschaft weiterentwickelt hat.
Papst Benedikt, dem der Vatikan auf der Nase rumtanzte mit Kardinälen, die machten, was sie wollten. Und während Papst Benedikt den Schulterschluß mit den extrem konservativen vollzog, wie der Pius-Bruderschaft und allmählich die Errungenschaften des 2. Vatikanischen Konzils Stück für Stück zurückgefahren hat, türmte sich weltweit ein Skandal auf den anderen. Lies den Rest dieses Beitrags
Feine Unterschiede
Was unterscheidet Volker Beck von Jürgen Trittin?
Bitte an der Stelle sehr fein unterscheiden. Jürgen Trittin war verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes. Das hat er unterschrieben. Das bedeutet an der Stelle nicht, dass er sich auch die Positionen zu eigen gemacht hat. Er hat den inkriminierten Text *nicht* verfasst.
Volker Beck hingegen ist eine völlig andere Hausnummer.
Ich war schon entsetzt, mit welchen Begründungen er diesem meiner Meinung nach verfassungswidrigen Beschneidungsgesetz zugestimmt hat. Volker Beck ist kein Mann, der sich für den Schutz von Kindern einsetzt, mag er auch noch etwas anderes behaupten.
Vorsicht, der Text auf dem Blog ist nur schwer erträglich, wenn man weiß, wieviel Leid sich hinter dem Euphemismus „Beschneidung“ verbirgt.
Volker Beck hat nicht den Schutz der Kinder im Sinn. Das bedeutet nicht, dass er pädophil ist, der gerne Kinder anpackt, wer das behauptet, geht völlig fehl. Aber er hat eine sehr eigene Weltsicht, die sehr erwachsenenzentriert ist und die völlig auf die Bedürfnisse von Erwachsenen zugeschnitten ist. Wenn ein Erwachsener sagt, er braucht „kindliche Liebe“ dann wird er sich dafür eingesetzt haben, weil er das Bedürfnis des Erwachsenen höher eingeschätzt hat als das Schutzbedürfnis des Kindes. Denn schließlich ist es ja Liebe, richtig?
Volker Beck geht gerade deshalb im Kinderschutz immer und immer wieder den falschen Weg. Er liefert diejenigen, die er eigentlich schützen soll denjenigen aus, die sie auf furchtbare Weise quälen. Entweder durch Missbrauch oder durch eine Beschneidung. Weil er die Bedürfnisse der Erwachsenen als höherwertig einschätzt als die Bedürfnisse der Kinder.
Darum hat er dem Beschneidungsgesetz zugestimmt. Und darum hat er damals den Pädo-Artikel geschrieben. Weil er das Bedürfnis der Erwachsenen anerkannt hat, dass sie mit den Kinder verfahren können wie sie wollen.
Und genau darum fordere ich zum ersten Mal den Rücktritt eines Politikers, nämlich Volker Becks. Ein Mann, der so fehlgeleitet ist, hat in der Politik nichts zu suchen, bis er gelernt hat, dass auch Kinder vollwertige Menschen mit den vollen Persönlichkeitsrechten und dem größeren Schutzbedürfnis sind. Kinder sind wehrlos, sie müssen darauf vertrauen können, dass Erwachsene ihre Interessen im Sinn haben.
Und Volker Beck hat dieses Vertrauen einmal zu oft missbraucht.
Der beendete Skandal
Herr Pofalla hats mehrfach erklärt, der Bundesinnenminister hats erklärt: Der NSA-Skandal ist beendet, alles ist aufgeklärt.
Nur um dann keine 20 sek. später eines besseren belehrt zu werden. Ich kann es nur wiederholen: Was Glenn Greenwald und der Guardian da machen ist brilliant. Sie treiben die Regierungen vor sich her und mit immer neuen Enthüllungen erhalten sie den Skandal am kochen und erlauben es nicht, dass sie aus den Medien völlig verschwinden. Zudem sucht er sich Partner in verschiedenen Ländern.
Das ganze ist ein Lehrstück für Investigativjournalisten. Genau so macht man das.
Bilanz des Tages
Ein bisschen gebloggt, eingekauft, festgestellt: Jupp, sind immer noch Arschlöcher unterwegs. Kann die nicht mal jemand einsammeln und mit einem Schild versehen? Die sind sonst immer so schwer zu erkennen.
Heute im Angebot: Mr. Motorradhasser.
Ich stell mich auf den Parkplatz, rechts und links neben mir KILOMEEEETER Platz. Weil war ja schon etwas später. Zu deutsch: Der Parkplatz war ratzekahl leer.
Eine sehbehinderte Oma im Panzer hätte einparken können. Ohne Führerschein.
Nicht so Mr. „ich hasse Motorräder“.
Stellt sich quer zu meinem Hinterrad hin.
Armleuchter: „Ey, fahr die Karre da wech, die blockiert den Parkplatz“.
Ich: *umguck* „Samma, hier hats eine Million Parkplätze, wenn du es nicht gebacken bekommst, hier deine Kiste hinzustellen, such dir halt was anderes.“
Armleuchter: „Ich hab nen Behindertenausweis und ich will DA parken“ *zeig auf Behindertenparkplatz 3 Plätze neben meinem* „Und deine Karre steht im Weg. Schieb die da weg, sonst werd ich ungemütlich.“
Ich *ungläubig*: „Ich bemühe ja nur ungerne den alten Spruch, aber wenn du so bumst wie du parkst kriegst du ihn nie rein.“
Armleuchter steigt aus, stellt sich in Drohposition und eindeutig innerhalb meines Wohlfühlbereichs vor mich ihn. „Sag das nochmal.“
Ich *überleg hektisch*
Und dann überlegte ich mir – ach was soll der kack. Das ist auch nur ne arme Sau, die ihn nicht reinkriegt.
Ich hab ihn angegrinst, ihm ein Küsschen auf die Wange gegeben und gemeint:
„Mach mal, wenn du kräftig übst, kriegst ihn auch rein.“ und bin dann von einem völlig verdatterten Aggressor weggestiefelt. Endlich einkaufen.
Wieso finde ich eigentlich immer diese Prachtexemplare der Idiotie? O.o
Die Qual der Wahl
Die kann ich euch nicht nehmen – ist halt wie immer eine Gewissensentscheidung. Aber für den Fall, dass ihr versucht seid, eure Stimme bei CDU/CSU oder FDP zu machen, hier mal eine kleine Gedächtnisstütze, warum das jetzt nicht so die tolle Idee ist.
Ich bin übrigens fürs Supergrundrecht auf Saufen.
Krich ich nu nen Ministerposten?
Die pädophilen Grünen
Gott, mir platzt hier gerade der Kragen. Vorsicht, das Nachfolgende wird jetzt ein unreflektierter Rant aber ich bin derzeit so unglaublich wütend, ich hab grad vor Wut eine Tasse an die Wand geworfen.
Lies den Rest dieses Beitrags
Marcel Reich-Ranicki
/update: Frank Schirrmachers unendlich trauriger Nachruf in der FAZ.
Herr Reich-Ranicki war ein Mann der polarisierte. Der einen sehr eigenen Kopf hatte. Und der ihn wohl zu begründen wusste.
Man konnte sich mit Marchel Reich-Ranicki streiten. Wunderbar geschliffen oder auch mal pöbelhaft – zurückgesteckt hat er nie. Wenn er etwas als richtig empfunden hatte, dann war das so. Man konnte dann seine Argumente anbringen, die er auch hörte (oder auch nicht, je nach Tagesform) aber er war in des Wortes bestem Sinne ein sturer Mensch.
Musste es sein, sonst hätte er das Grauen des Warschauer Ghettos wahrscheinlich nicht überlebt.
Zusammen mit seiner Frau Teofila verband ihn eine tiefe Liebe und allein um diesen Teil seines Lebens habe ich ihn sehr beneidet.
Marcel Reich-Ranicki war ein sehr kluger und intelligenter Mann, aber kein mitfühlender, wenn er kritisierte. Er war auch keiner, der sich dem Mainstream beugte. Er hat Kritik eingesteckt und Lob und beides mit der Haltung eines Mannes angenommen, der in sich ruhte und der um seinen Wert wußte. Ich habe ihn immer als hart empfunden, wenn ich ihn diskutieren hörte, doch wenn ich mir die Zeit nahm und zuhörte wurde ich nur selten enttäuscht. Er war zudem keiner, der nach der Aufmerksamkeit gierte. Er brauchte sie nicht.
Marcel Reich-Ranicki starb heute nach langer Krankheit und ist seiner Teofila gefolgt.
Ich wünsche ihnen viel Glück, sie haben es verdient.
Und uns fehlt wieder ein großer Denker, an dem man sich reiben kann, der einem Reibefläche bietet.
Die Glatten haben wir bereits zur Genüge.
Die Rote Linie des Neusprechs
In Syrien ist ja dank der UN-Inspektoren jetzt klar, dass dort Giftgas versprüht wurde, was die „Rote-Linie“-Doktrin der USA auslöste und den ganzen Schlamassel, indem wir uns gerade befinden.
Durch die Pressemeinungen durchzusteigen, ist gerade schwierig, weil gerade Information und Meinung wild durcheinander wirbeln. Ich war heute wirklich unglaublich dankbar, als ich diesen wunderbaren Blogeintrag gelesen habe, der mal zwischen Meinung und Information unterschieden hat und den „Meinungsmachern“ gehörig die Meinung gesagt hat. Wurde auch Zeit.
Aber für mich gibt es einen weiteren, wichtigen Punkt: Das Neusprech der Roten Linie.
Beziehungen
Ich bin wirklich kein Beziehungsexperte. Meine Beziehungen scheiterten alle nach kurzer Zeit. Aus verschiedenen Gründen, aber meist, weil der Partner (waren nicht alles Männer 😉 ) mich nicht fesseln konnte. Es wurde langweilig. Und manchmal wirklich leider. Ich war durchaus mit einigen Goldstücken zusammen, die ich nicht gut behandelt habe, wenn ich ehrlich bin.
Bin ich beziehungsunfähig? Vielleicht. Keine Ahnung, ich riskiers nicht mehr und lebe lustig meine verbleibenden Jahre als Single. Ist auch okay.
Aber nur weil ich es nicht kann, heißt es nicht, dass ich die Beziehungen anderer nicht würdigen kann. Und wer das Blog schon länger kennt, weiß, in welche Richtung es jetzt geht. *g*