Man feiert Feste wie sie fallen


Alle ein RAD ab?

Okay, Kalauerkiste ist leer. Heute ist der RAD 2014. Der Readers Appreciation Day 2014 und dank daMax weiß ich das auch. 😉

So der Tag für den Blogger, sich bei seinen Lesern mal artig zu bedanken. Zwischendurch mach ich das ja schon immer mal – weil ich hier echt ne Menge Glück habe und es trotz steigender Hitzahlen relativ trollfreie Zone ist. 🙂

Und so mache ich auch mal meinen Aufmarsch hier.

Danke für die vielen Diskussionen – gerne auch konträr, aber immer auf einem Niveau, dass anspricht. Naja, fast. Ab und an geht einem schon mal der Gaul durch. Auch okay. 😉

Danke für die vielen Kommentare (dürfen gerne mehr werden, lasst euch nicht abschrecken *g*).

Danke für den Input, den ich von euch bekomme und für die Ideen aus denen ich Blogartikel basteln kann.

Danke fürs Trolleverschrecken. Manche von euch sind da echt richtig gut drin *g*

Danke für das Proofreading. Manche von euch sind auch darin richtig gut und ich gebe zu, ich lasse nicht immer die Rechtschreibkontrolle drüberlaufen 😉

Und danke dafür, dass ihr meinem kleinen Café am Rande der großen Stadt so treu bleibt.

RAD 2014Grafik dankbar geklaut von Floyd (www.fakeblog.org), Grafiklizenz: CC-BY-NC-ND

Warum tun die alle nichts?


Landauf, landab fragen sich alle Kommentatoren, Berichterstatter und sonstige Angehörige der schreibenden Zunft, warum denn die Regierungen keine wirksamen Maßnahmen gegen die weitgehenden Bespitzelungen durch die Geheimdienste einleiten.

Und ich stehe bei jedem Kommentar, der sich *wieder* enttäuscht zeigt, dass Angela Merkel nichts tut, da und denke mir:

Sind die so naiv oder tun die nur so?

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Redtube – immer noch


/update Lawblog mit demselben Thema.

Der Fall der Streaming-Abmahnungen für Redtube-Nutzer wird inzwischen eine reine Realsatire.

Die Firma, die das Programm geschrieben haben will, mit denen der „Rechteinhaber“: Verschwunden, die Webseite existiert nicht mehr.

Der „Rechteinhaber“ selbst? Der Geschäftsführer der Firma ist ausgetauscht, der Firmensitz hat gewechselt. Der neue Geschäftsführer stammt aus Benin und der neue Geschäftssitz ist ein Mehrfamilienhaus. Die Webseite des „Rechteinhabers“: Gelöscht.

Stück für Stück machen sich alle Beteiligten aus dem Staub und fangen an, die Spuren zu verwischen. Ich nehme an, dass die Aktion genug Geld in die Kassen gespült hat und sie sich jetzt eingraben, um die juristische Detonation abzuwarten.

Und die wird kommen. Aber wohl in eine andere Richtung als erwartet. An „The Archive“ wird keiner rankommen, die Firma hat ein Vermögen von 100.000 Schweizer Franken und dürfte im Schadenersatzfall fix pleite sein. An itGuard auch nicht, die Firma existiert offenbar nicht mehr.

Und die Anwälte?

Für die dürfte es jetzt verdammt eng werden. Denn auch Anwälte haben beim Versand von Abmahnungen eine Sorgfaltspflicht die hier meiner laienhaften Ansicht nach zumindest grob fahrlässig verletzt wurde. Die hätten die Ansprüche deutlich besser prüfen müssen, nicht einfach Abmahnungen auf Zuruf rausschicken. Und wenn ich das Landgericht Köln so höre, fühlen sich dort einige Richter von der Kanzlei getäuscht.

Folgerichtig sind die ersten Anzeigen gegen die Kanzlei eingegangen. Und folgerichtig wird jetzt auch gegen die Anwälte dieser Kanzlei ermittelt.

Mal sehen, was bei diesen Ermittlungen herauskommt.

Spiegel-Kommentatoren


Spiegel-Online hat einen recht großen Pool von Kommentatoren mit eigener Rubrik. Ob Silke Burmester, Sibylle Berg oder Jakob Augstein: Sie haben eine eigene kleine Rant-Ecke im Spiegel.

Was ich mich immer wieder gefragt habe, ist aber: Warum, um alles in der Welt, kommentiert da ein Jan Fleischhauer? Der würde eher in ein tiefschwarzes Blatt passen und manchmal haut der Kommentare raus, wo ich mich frage, ob er auch nur fünf Minuten nachgedacht hat.

Aktuell hat er aber einen verdammt hinterlistigen Kommentar zum unsäglichen „LGBT-Bildungsplan“ in Baden-Württemberg abgeliefert. Das Ding ist in mehr als einer Hinsicht ziemlich klasse. Es ist ein Rundumschlag an alle Berufsbetroffenen und Ignoranten, und es zieht die Maske von diesem ganzen Fall runter.

Hat er mal richtig gut gemacht 😉

Die neue Drogenbeauftragte


Marlene Mortler ist die neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung. CSU. Zu den Aufgaben der Drogenbeauftragten gehört unter anderem auch das Monitoring des Alkoholkonsums in Deutschland.

Frau Mortler schreibt als Grußwort auf der Webseite der Drogenbeauftragten das folgende:

„Ich freue mich auf diese neue verantwortungsvolle, erfüllende Aufgabe und werde mich kraftvoll insbesondere für die Suchtprävention und die Hilfen für Suchtkranke einsetzen.“

Hm. Okaaaaay…..

/edit bescheuerte Überschrift geändert. Ich war wohl noch etwas neben der Spur…sorry.

Umweltschutz schadet nur


Über Jahre hinweg mussten wir uns alle Verbesserungen beim Umweltschutz mit Klauen und Zähnen erkämpfen. Teilweise waren es lokale Bemühungen, indem zum Beispiel kleinere Bachläufe aufwändig renaturiert wurden (d.h. die frühere „Begradigung“ zurückgenommen wurde) oder eben auch größere Gesetzesvorhaben, wie die Grenzwerte für Feinstaub und andere Umweltbelastungen.

Und immer immer immer hörte man das mahnende Aufjaulen der Industrie, dass das doch Arbeitsplätze vernichten würde.

Ganz ehrlich? Wenn wir auf diese Idioten gehört hätten, würde es bei uns jetzt wohl auch so aussehen. Oder so. Oder so.

Da lass ich doch lieber die Industrie weinen als kleine Kinder, die verzweifelt in einer vergifteten Luft nach Atem ringen.

Währungen im Laufe der Zeit


Ach das Leben eines Journalisten ist manchmal wahrlich nicht einfach.

Die Zeiten ändern sich aber manchmal auch rapide. Länder werden umbenannt, verändern die Grenzen und dann kommt dann und wann völlig unvermutet auch noch ne Währungsreform dazwischen.

Blöd, wenn man dann hinter alten Menschen hinterherhrecherchieren muss. weil auch alte Menschen ab und an die Tendenz zum sterben haben. Hiroo Onoda war der letzte japanische Soldat, der 29 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges eine Extraeinladung seines ehemaligen Kommandanten brauchte, um sich endlich den philippnischen Sicherheitskräften zu ergeben.

Denn für japanische Soldaten kam das Wort „ergeben“ im Sprachschatz eigentlich nicht vor. Sie waren loyal dem Tenno ergeben und für ihn starben sie. Das war durchaus eine Art pervertierter Bushido (nein, liebe Kinder, ich rede nicht von schlechten Rappern).

Diktator Marcos hat damals ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt. Und hier wirds für die Spiegeljournalisten offenbar etwas schwierig, denn die Quellen sprachen von „umgerechnet 12.000 Mark“.

Äh. D-Mark? Ostmark? Goldmark? Wat nu? Und wie war doch noch gleich der Umrechnungskurs? Ach, wurst, lass bei 12.000 Mark bleiben, für die damalige Zeit stimmte das ja.

Ja, richtig. Aber der Artikel erschien am 14. Januar 2014. Und heute gibts die D-Mark nur noch in hübschen Bildchen an der Wand oder in Uromas Kopfkissen. Aber eben nicht mehr als Währung.

Dabei isses nicht schwer: Der Euro-Umrechnungskurs für D-Mark liegt lange fest. Er ist 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Muss ICH mit meiner Dyskalkulie euch das jetzt wirklich ausrechnen?

P.S.: JA, ich weiß, ist Nitpicking. Aber ich würd doch auch gerne mal im Bildblog verlinkt werden 😛

 

KiKa klärt auf


Heute: Was ist die Beschneidung.

Wenns nach den Filmerstellern geht, ist die Beschneidung ein superduper Fest. Man opfert ein Stückchen Haut, was man eh nicht braucht und kriegt dafür Geschenke. YAY.

Dass die Realität sehr häufig völlig anders aussieht, dass es sehr wohl hochtraumatisierende Erfahrungen sind, egal in welchem Alter, und dass es sich um einen Akt handelt, der die sexuelle Erlebensfähigkeit herabsetzen soll – also eine kritische Auseinandersetzung findet hier nicht statt. Es wird nicht thematisiert, was eine Beschneidung in Wirklichkeit bedeutet. Kinderärzte wurden auch sehr offensichtlich nicht gefragt.

Ich glaube, nein, ich weiß, dass viele der Kinder, die einst beschnitten wurden, heute, als Erwachsene, massive Probleme haben. Seien es ein Ali Utlu, ein Önder Özgeday, ein Tayfun Aksoy oder ein Alexander Mahmud Bachl – sie alle haben massive Probleme mit ihrer Beschneidung.

Bei Mädchen ist so etwas völlig zu Recht verboten. Doch Jungen sind in der Hinsicht Freiwild, der § 1631d BGB verstößt gegen fast alle verfassungsrechtlichen Grundsätze. Er verstößt gegen den Grundsatz, dass keiner aufgrund seines Geschlechts bevorzugt oder benachteiligt werden darf. Er verstößt gegen den verfassungsrechtlichen Grundsatz der Unverletzlichkeit des Körpers. Und er verstößt gegen die Religionsfreiheit der Kinder. Wer sagt denn, dass die später auch die Religion der Eltern annehmen wollen? Doch durch die Beschneidung ist diese Religion buchstäblich für immer in ihr Fleisch geschnitten. Die Religionsfreiheit für Jungen ist nicht mehr existent.

Die Beschneidung entfernt bis zu 1/3 der Hautoberfläche des Genitals. Und zwar die, mit den meisten Nervenenden. Was übrigbleibt, ist für manche Männer ein Fortpflanzungsorgan, dass so taub ist, dass Sex alles macht – nur keinen Spaß mehr. Diese Männer stehen auf, sie äußern sich, sie SAGEN, was ihnen angetan worden ist. Seiten über Vorhautrestorationstechniken sowie Techniken zum Schutz der verbleibenden Nerven der Eichel vermehren sich, es gibt die ersten Produkte, die explizit dazu entwickelt wurden, die Eichel zu De-Keratinisieren.

All das würde nicht passieren, würde es hier keinen Markt geben. Und es wäre doch mal schön, wenn man diesen Markt austrocknen könnte. In jeder Hinsicht: Einfach aufhören, an Kindergenitalien herumzuschnitzen.

Es hat nur EINER das Recht, über seine Genitalien zu entscheiden: Derjenige, der mit ihnen leben muss. Es ist kein Familienpenis über den im Familienrat entschieden wird.

Der Kinderkanal hätte all das thematisieren und kindgerecht aufbereiten können. Doch die Tellux-Film GmbH, die das Video produziert hat, hat sich entschieden, ein sinnfreies Werbevideo für die Beschneidungsindustrie zu produzieren anstatt ihrem Bildungsauftrag nachzukommen und zumindest neutral zu informieren.

Die Tellux-Gruppe wird übrigens mehrheitlich von den katholischen Bistümern unterhalten.

(Recherchearbeit dreist übernommen aus dem Beschneidungsforum. Danke Jungs und Mädels, habt mir ne Menge Arbeit erspart 😉 )

Kurze Klarstellung


Was ich mit „Hausmittelchen“ NICHT meinte sind:

Glaubuli.

Ich hab hier 200 g Glaubuli. Beim Bäcker nennt man sie „Berliner“ – reicht.

Hausmittelchen


Score.

Nebenhöhlenentzündung, Mittelohrentzündung (*JAUUUL*), leichte Bronchitis und ne Halsentzündung laut Doc. Halbe Sachen ist was für Anfänger.

Allerdings gibts keine Antibiotika. Die wollte ICH nicht. Ich wills erstmal so versuchen. Doc hat sich auch bereiterklärt, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass ich

a) täglich vorbeischneie, damit rechtzeitig erkannt wird, ob etwas aus dem Ruder läuft und

b) ich täglich spazierengehe, damit die Bronchien belüftet werden.

Konnte ich mit leben.

Ansonsten gibts Symptombehandlung: Paracetamol, Nasenspray, Halstabletten, Ohrentropfen und ACC akut/sinupret, viel Flüssigkeit und Omas Hausmittelchen: Heiße Milch mit Honig.

Bevor ihr alle über mich herfallt: Ich hab mehrere hochdosierte Antibiotikabehandlungen über Wochen hinter mir und ich hab noch heute was davon. Ich bin nicht der Fan davon, sofort auf alles mit Breitbandantibiotika zu ballern, nur weils mir ein bisschen mies geht.

Wenn der Körper das nicht packt, werde ich das spätestens übermorgen sehen. Und dann ist immer noch Zeit, was draufzuhauen.

 

Der Doktor weiß es besser


Wer hier länger mitliest, weiß, dass eins meiner Themen die ungerechtfertigte rumschnitzerei an Kindergenitalien ist. Und dass es mir hupe ist, ob es Jungs oder Mädchen sind. Messer gehören da nicht hin. Zu keiner Zeit.

Was aber über all dem ein wenig untergeht, ist die Tatsache, dass „Geschlechtsangleichende“ Operationen bei Säuglingen im Alter zwischen 5 und 6 Monaten an manchen Krankenhäusern durchaus normal sind. Klitoris zu groß? Kein Problem, das ist ein Intersex-Kind, wir machen eine Klitorisreduktion und dann sieht sie völlig normal aus. Ein paar Hormone machen den Rest.

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Survival of the fittest?


Yeah, super. Danke, Darwin. Dinosaurier sind ausgestorben, aber den Viren geht es gut? Es gibt keine Gerechtigkeit im Leben…

SCHNIEEEEEEEEEEEF

Dunkle Tage


Wer je an Depressionen erkrankt war, weiß das: Es gibt Tage, da ist die Schwarze Lady so stark, dass man den Hintern buchstäblich nicht aus dem Bett bekommt. Man steckt in einem tiefen Loch und würde die Hand, die einem heraushilft, selbst dann nicht sehen, wenn sie direkt vor der Hand wedelt.

Das ist keine „Traurigkeit“ – das ist ja einer der großen Fehlschlüsse. Die Depression hat viele Gesichter. Traurigkeit ist eins davon, aber nicht das einzige – und nicht das schlimmste.

Shane Koyczan ist Poet. Und er hat eine einmalige und sehr eindringliche Art, Dinge rüberzubringen. Von ihm selbst erfährt man recht wenig, denn offenbar sieht er sich selbst als Reflektionsfläche und vermeidet so die Betroffenenperspektive.

Und so bekommt dieses Poem für alle Seiten eine Wucht, die diesem Thema gerecht wird. Fundstück auf Facebook. Und ein Tip, sich mit dem Mann mal näher zu beschäftigen.

Mutter der Kompanie


Mein erster Eindruck von Ursula von der Leyen als Verteidigungsministerin: WENN einer den Laden in den Griff kriegt, dann ist sie das.

Zu lange war die Bundeswehr ein unregierbarer Haufen, wo Staatssekretäre und Abteilungsleiter auf dem Standpunkt standen: „Mir doch egal, wer unter mir den Ministerstuhl warmhält.“

Mit der Entlassung des Staatssekretärs Rüdiger Wolf hat sie ein ziemlich deutliches Zeichen gesetzt, dass sie sich die Beamtenspielchen nicht bieten läßt.

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Fazit Hangout #4


Das Thema *war* deprimierend. Und viel Hoffnung konnte ich keinem machen – ich bin mir bis jetzt nicht mal sicher, ob ich das Problem in voller Dimension erfasst habe. Wahrscheinlich nicht.

Aber irgendwie macht das schon Spaß. Trotz mieser Thematik. Und damit ich euch noch so richtig schlechte Laune mache, gibts dann nächste Woche was über TTip und Friedrich.

Stay tuned.